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      April 21, 2017

      Torwart muss für diesen Schlag 30 Tage ins Gefängnis

      Einen „formvollendeten" Schlag wie diesen bekommt man beim Freizeiteishockey nicht allzu oft zu Gesicht. Das dachte wohl auch Ryan Cox, als er blutend auf dem Eis des Fort Erie Leisureplex in Ontario lag. Oder eben auch nicht, weil er gerade Opfer einer schweren Körperverletzung wurde.

      Ihn trifft ein Schlag wie aus dem Lehrbuch, auch wenn sich dieser Ausdruck hier eigentlich verbietet. Gnadenlos mäht Torwart Todd Ball den heraneilenden Stürmer um. Er holt weit aus, setzt ruhig an, trifft mit Kraft und Präzision. Das alles wäre absolut lobenswert, wenn das Ziel der Puck und nicht das Gesicht seines Gegenspielers wäre.

      Noch beeindruckender ist, dass Stockschwinger Todd Ball gerade stockbesoffen Geburtstag feiert – und zwar in Freiheit. Beim Wrestling würde die Halle beben, Wrestler sich minutenlang feiern lassen. Auch bei anderen Sportarten wird für saftige Kopftreffer Beifall gespendet. Doch für das Opfer sind die Folgen des Schlages verheerend: Gehirnerschütterung, zertrümmerte Nase, Augenhöhlenbruch. Er unterzieht sich mehreren Schönheitsoperationen. Sein Gesicht wird noch immer von Metallplatten zusammengehalten.

      Was Todd Ball zur Tat bewegte, ist unklar. Es gab keine vorausgehende Konfrontation zwischen den beiden Spielern. Die Regeln des Turniers untersagten harten Körperkontakt. Für Richter Colvin ist eindeutig, Alkoholismus und schwere Kindheit können als Erklärung, nicht aber als Ausrede gelten. Er verurteilt den Angeklagten zu 30 Tagen Haft und einem Jahr Bewährung. Dabei verweist er auf die Schwierigkeit, zwischen der natürlichen Verletzungsgefahr beim Eishockey und kriminellem Verhalten zu unterscheiden.

      Für das Opfer Ryan Cox ist die Strafe jedenfalls zu mild: „Ich habe doch nur Hockey gespielt (...) Mein Leben ist seitdem nicht mehr dasselbe."

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