The VICE Channels

      March 27, 2017

      Nach diesen 8 Sekunden Gefühlsachterbahn wirst du College-Basketball lieben

      In den USA ist aktuell wieder March Madness angesagt. Und wer jetzt sagt, da spielen doch nur College-Teams gegeneinander, hat nicht den Stellenwert – nicht zuletzt den wirtschaftlichen – verstanden, den diese Spiele in den USA haben. Und für uns Basketball-Interessierte springt neben netten persönlichen Side Storys immer auch das ein oder andere Schmackofatz-Highlight-Video heraus. Wie heute Nacht beim Spiel zwischen den North Carolina Tar Heels und den Kentucky Wildcats (75:73) im Viertelfinale, dem Elite Eight.

      Denn die letzten zehn Sekunden fassen ziemlich gut zusammen, warum das Mega-Event im Beinamen Wahnsinn trägt. Wahnsinnig war nämlich der wunderschöne Verzweiflungsdreier von Malik Monk, der Kentucky scheinbar in die Overtime retten sollte. Zuvor hatte ein UNC-Spieler an der Freiwurflinie Nerven gezeigt. So wurde aus einer möglichen 4-Punkte-Führung plötzlich ein 73:73-Gleichstand. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Und das lag auch an dem Urvertrauen, das UNC-Coach Roy Williams in sein Team steckt. Denn laut Informationen der New York Times hat der eine goldene Regel: Wenn sein Team nach einem Gegentreffer wieder Ballbesitz hat, noch mehr als sechs Sekunden auf der Uhr sind und seine Jungs einen Korb brauchen, lässt er sie einfach spielen und verzichtet auf die sonst so obligatorische Auszeit. Nach dem Monk-Dreier waren noch genau 7,2 Sekunden zu spielen. Und Williams blieb sich treu.

      So nahm die Madness endgültig ihren Lauf. Nach einem schönen Drive von Theo Pinson landete der Ball bei Luke Maye, der sich ein Herz fasste, zum buchstäblichen Last-Second-Wurf ansetzte und die eine Seite der Halle ins Delirium schickte. Mit mickrigen 0,3 Sekunden auf der Uhr war hingegen für Kentucky klar: lights out und game over.

      comments powered by Disqus