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Island ist für die WM qualifiziert – das sind die besten Momente der Wikinger

Vom Kommentatoren-Ausraster bei der EM 2016 bis zum "Huh" nach dem gestrigen Sieg gegen den Kosovo.

René Bosch

Foto: Imago

Lang lang ists her, die EM 2016 in Frankreich. Portugal konnte im Finale beinahe ohne Cristiano Ronaldo Frankreich besiegen, Deutschland schied im Halbfinale aus und die Niederlande glänzten mal wieder durch Abwesenheit. So weit so langweilig.

Doch der heimliche Star des Turniers war nicht eines der Top-Teams, sondern ein Außenseiter, der es zum ersten Mal in seiner Geschichte überhaupt zu einem solchen Turnier geschafft hat: Die Rede ist natürlich von Island. Einst 131. in der Weltrangliste haben sich die "Wikinger" in die Herzen der Fans gespielt. Spätestens seit dem Einzug ist jeder Fan der Nordmänner – außer England.

Jetzt hat sich der Mini-Staat mit nur knapp über 300.000 Einwohnern für die WM in Russland qualifiziert. Nach dem gestrigen 2:0-Sieg gegen den Kosovo treten die Wikinger damit erstmals bei einer Weltmeisterschaft an. Und das trotz der riesigen Konkurrenz: Aber die Favoriten der Qualifikationsgruppe 1, die Türkei und Kroatien, mussten sich geschlagen geben. Wir haben die spannendsten, interessantesten und verrücktesten Island-Momente der EM nochmal ausgepackt, um uns schonmal auf den Einfall der Wikinger in Russland vorzubereiten:

Wie sehr kann ein Moderator eigentlich ausflippen?

Gudmundur Benediktsson prägte mit seiner Stimme die Auftritte der Isländer wie kaum ein anderer. Eigentlich Assistenztrainer bei KR Reykjavík, übernahm er eher zufällig die Rolle als Kommentator. Da war er jedoch in seinem Element. Als Island in der Nachspielzeit gegen Österreich zu einem Konter ansetzte und mit dem Treffer zum 2:1 abschloss, gab es für Benediktsson kein halten mehr. Kleiner Wermutstropfen: Nach der EM verlor der Isländer mit der markant hohen Schrei-Stimme seinen Job als Assistenztrainer, auch seine Zukunft als Kommentator schien unklar. Wir hoffen auf ein Comeback.

Wie bewegend kann es eigentlich sein, nach Hause zu kommen?

Nachdem die Isländer sich im Viertelfinale (!) schließlich Frankreich geschlagen geben mussten, war schon klar: Kein anderes Team – Titel hin, Titel her – würde die Leistung der Nordmänner übertrumpfen. Mehr als acht Prozent der Bevölkerung waren mit nach Frankreich gereist, der Rest wartete zu Hause sehnsüchtig auf die Rückkehr. Die fiel dann entsprechend emotional aus.

Was erwartet uns bei jedem Island-Sieg während der WM 2018?

Vor jedem Spiel verkündet Island-Coach Heimir Hallgrímsson die Startaufstellung des Teams und die Taktik. Jedoch nicht wie gewohnt vor Journalisten, sondern zuerst in einem Pub, vor den Island-Fans. Das sagt viel über die Verbindung von Team und Anhängern aus, auch in Russland wird wohl wieder mehr als jeder achte Isländer dabei sein. Ebenfalls mit dabei: Das Huh nach dem gestrigen Sieg gegen den Kosovo.

Wie kam es eigentlich zu diesem unglaublichen Erfolg?

Das bei der Qualifikation und dem sehr guten Turnier-Ergebnis nicht nur Glück im Spiel war, zeigt auch die jetzige Qualifikation zur WM im nächsten Jahr. Unsere Kollegen aus den USA haben die Isländer besucht, um herauszufinden, wie das "Märchen" begann. Und siehe da, es gab einen Plan. Seit dem Jahr 2000 hat sich einiges getan.