Wie sich deutsche und russische Hooligans vernetzen

Und ein Geschäftsmann den Hass und die Gewalt auch noch zu Geld macht.

|
05 Oktober 2017, 11:34am

Die Hooligans sind zurück: Sie drängen nicht nur in großen Gruppen in die Kurven deutscher Fußballstadien, sondern auch in deutsche Innenstädte. Robert Claus forscht seit Jahren über Rechtsextremismus und Gewalt im Fußball. In seinem aktuellen Buch beleuchtet er die internationalen Verbindungen der Hooligans in die Rockerszene, zu rechtsextremen Gruppen und Kampfsportevents.

Dies ist ein Auszug aus dem Kapitel "Hooligans professionalisieren ihre Gewalt" des Buchs Hooligans – Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik von Robert Claus.

Denis Nikitin – Neonazi, Hooligan und Geschäftsmann

Samstag, 18. Januar 2014: Es ist ein kühler, aber kein winterlicher Samstag in Köln. Das Testspiel zwischen dem heimischen FC sowie dem FC Schalke 04 steht an, gleichzeitig findet an jenem Wochenende in Berlin ein Kongress von Fußballfans statt, um über die Rechte und Vielfalt der Anhänger zu sprechen. Doch gerät all das schnell in den Hintergrund: Denn in der Kölner Innenstadt kommt es zu schweren Randalen. Auf dem Rudolfplatz hatten sich über 200 Hooligans und gewaltaffine Ultras zu einem sogenannten Match verabredet. Die Polizei schreitet ein und beendet das Ganze vorzeitig. Eine Person wurde lebensgefährlich am Kopf verletzt. Auf Seiten der Kölner kämpften auch Hooligans aus Dortmund sowie eine Schlüsselfigur des europäischen Hooliganismus: Denis Nikitin, rechtsextremer Hooligan aus Moskau sowie Gründer der Neonazi- und Kampfsportmarke White Rex.

"Wir haben gewonnen. Leider wird die Sache vor Gericht ausgetragen, und ich gehöre zum Kreis der Verdächtigen. Aber es war ein geiler Tag. Die Schalker wollten selbst nicht auf den Acker, sondern wie früher in der Stadt kämpfen", plaudert Nikitin redselig im Interview mit der ukrainischen Webseite troublemakers.com zu Beginn des Jahres 2017 aus. Er kennt die Hooligans aus der Domstadt nicht nur sporadisch. "Heute kämpfe ich für die Leute in Köln", sagt er weiter.

Lest den Ganzen Auszug über Nikitin und seine Verbindungen nach Deutschland hier bei VICE.