Alle Fotos: Kostas Anastasiou

So glühten die PAOK-Fans im Düsseldorfer Vereinsheim vor

Tausende Anhänger aus Europa begleiteten PAOK Thessaloniki gestern in der Europa League auf Schalke. Wir haben den Düsseldorfer PAOK-Fanclub besucht und uns die Spielvorbereitung mit „Toumba-Libre" erklären lassen.

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Feb. 23 2017, 1:25pm

Alle Fotos: Kostas Anastasiou

„Ela re aderfe!" – Was geht Bruder – hört man aus allen Ecken. Männer umarmen sich, lachen zusammen, lassen voneinander ab und eilen wild gestikulierend zum Nächsten einige Meter weiter. Es ist eine griechische Familienfeier. Die Familie heißt PAOK. Die Jacken der in Schwarz gekleideten Männer zieren neben den stolzen Buchstaben „PAOK" und dem Doppelkopf-Adler Städtenamen wie London, Ludwigsburg oder Düsseldorf.

„Wir sind gestern Abend aus Thessaloniki gekommen und ich fühle mich wie zu Hause", erzählt Ilias. Eine dichte Traube versammelt sich vor dem Eingang des „Düsseldorf Club PAOK Invaders". Das Vereinsheim des PAOK-Fanclubs liegt im Erdgeschoss eines tristen Beton-Parkhauses in einer kleinen Hinterhofstraße in der Düsseldorfer Innenstadt. PAOK ist der mit Abstand beliebteste griechische Verein außerhalb der Heimat. Zehntausende Menschen aus der Region Thessaloniki verließen das Land in den letzten Jahrzehnten und ließen sich vor allem in Nordrhein-Westfalen nieder. „Wir sind eine Familie, natürlich ist die Gastfreundschaft riesig", schwärmt Ilias und witzelt: „Ich habe nicht mal zehn Euro ausgegeben, seit ich hier bin, aber trinke die ganze Zeit."

„PAOK, Olé, Olé", schallt es durch die enge Gasse. Ein Böller knallt, ein Bengalo wird gezündet. Auf den Autodächern neben den feiernden Männern stehen Cola- und Retsina-Flaschen. „Toumba-Libre", erklärt mir Kostas. „Benannt nach unserem legendären Stadion. Das trinken wir am liebsten vor unseren Spielen." Auf der Wand neben den Autos prangt eine Malerei des in Pyro-Rot erleuchteten Toumba-Stadions. Nur noch fünf Stunden bis zum Anpfiff des Europa-League-Spiels auf Schalke. „Egal wie es ausgeht, wir werden eine schöne Zeit haben", erklärt Ilias. „Das ist auch Urlaub bei Freunden für mich." Das 1:1 und das damit verbundene Ausscheiden ihres Klubs dürfte die Stimmung der PAOK-Fans bei ihrem Familienbesuch also nicht sehr getrübt haben.

Hier mal ein paar Eindrücke:

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Text: Benedikt Niessen
Fotos: Kostas Anastas
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