Gab es jemals einen athletischeren Ordner als diesen Flitzerjäger?

Beim Polen-Portugal-Spiel rannte ein portugiesischer Flitzer auf Ronaldo zu. Die Uefa zeigte die Bilder nicht—dabei war der Tackle des Ordners unterhaltsamer als die komplette Verlängerung.

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01 Juli 2016, 8:55am

In der Verlängerung des ersten Viertelfinalspiels zwischen Portugal und Polen (5:3 n.E.) war nicht mehr viel los. Spannung kam nur noch auf, als in der 109. Minute ein portugiesischer Fan zum Flitzer mutierte und aufs Spielfeld stürmte. Sein Ziel? Natürlich Ronaldo, das allseits beliebte Fotomotiv.

Ronaldos Selfie-Flitzer war on point Profi, danach aber ein Gefühlswrack

Das Alles bekamen wir TV-Zuschauer aber leider nicht zu sehen, weil die UEFA mal wieder beschloss, den Zensurstift rauszuholen und die Kamera schnell woanders hinzuschwenken. Oder wollte man einfach nur nicht zeigen, wie ein Dutzend Polizisten den portugiesischen Fan wie einen Schwerverbrecher am Boden fixierten und danach an allen Vieren aus dem Stadion trugen?

Hier wird dann wohl ein mutmaßlicher Schwerverbrecher abgeführt. Foto: imago

Doch der Flitzer hatte die Rechnung ohne die Polizisten in Marseille gemacht. Denn die scheinen der französischen 100-Meter-Landesauswahl anzugehören und holten den Fan auf Abwegen in Sekundenschnelle ein, bevor einer von ihnen zum unwiderstehlichen Sack abhob. Man könnte auch sagen: Er war das schnellste Spermium. Denn mit etwas Fantasie—come on, wir sind immer noch VICE—hat die Szene etwas von einer Polizistenejakulation. Alle kommen wie aus dem Nichts ins Bild geschossen, alle haben nur ein Ziel, auf das sie sich beharrlich zubewegen, doch nur einer von ihnen wird gewinnen: die ruppige Verschmelzung.